Sind laktosefreie Milchprodukte bei Unverträglichkeiten die bessere Wahl?

Sind laktosefreie Milchprodukte bei Unverträglichkeiten die bessere Wahl?

Im Coaching lerne ich immer wieder Menschen kennen, die ganz konsequent laktosefreie Produkte verwenden, weil sie wissen, dass sie Milch nicht gut vertragen. Bei einigen wurde bereits eine Unverträglichkeit diagnostiziert, andere handeln einfach aus einem Verdachtsmoment heraus.  Dennoch verringern sich oftmals die Beschwerden nicht in dem gewünschten Maß. Und leider nützt es häufig auch nichts, auf vegane Alternativen wie z.B. pflanzlichen Joghurt zurückzugreifen. Wie kann das sein?

Du verwendest laktosefreie Produkte und hast trotzdem das Gefühl Milch nicht zu vertragen?

Während wir im Westen ein Lebensmittel nach seinen Inhaltsstoffen beurteilen und dann konsequent unverträgliche Komponenten  eliminieren, schauen die alten Chinesen auf dessen Wirkweise. Unter diesem Aspekt behält Milch ein und die selben Eigenschaften, egal ob sie laktosefrei ist oder nicht. Und Joghurt ebenfalls. 

 

Milch gilt in der traditionellen chinesischen Medizin als ein sehr wertvolles und nährendes Lebensmittel. Das ist  nicht weiter verwunderlich, denn Milch hilft Kälbern schnell groß zu werden und zu wachsen. Dieser nährende Aspekt wird vor allen Dingen in der Werbung aufgriffen. Durch den Verzehr von Milch werden wir stark und munter. Leider übertreiben wir es in unserem Alltag mit dem Konsum von Milchprodukten. Fast jede Mahlzeit beinhaltet Milchprodukte wie Käse, Quark und Joghurt. Unseren Kaffee trinken wir ebenfalls mit Milch. Durch dieses Übermaß überfordern wir unter den Gesichtspunkten der 5 Elemente Ernährung unsere Milz. Sie ist das zentrale Organ für unsere Verdauung. Zu viele Milchprodukte versetzen die Milz in einen Zustand, den die alten Chinesen eine Milz-Qi-Schwäche nennen.  Sie sprechen in diesem Zusammenhang von Feuchtigkeit und meinen eine Art Verschlackung (Das Wort Schlacken verwende ich eigentlich nicht gerne, denn streng genommen befinden sich in unserem Körper keine Schlacken, weshalb ich dich bitten möchte, diesen Begriff als Ausdruck für eine eingeschränkte Verdauungstätigkeit zu verstehen). Munter macht Milch dann ganz gewiss nicht. 

 

Joghurt hat zusätzlich einen kühlenden Aspekt. Deshalb hilft ein Löffel Joghurt auch so gut bei Sodbrennen. Wie der Name schon sagt, ist Sodbrennen ein Zeichen für Hitze im Magen. Aber auch hier: Eine Milz, die bereits einen Teil ihrer Leistungskraft eingebußt hat, wird durch den Verzehr von Joghurt zusätzlich behindert. 

Frostbeulen werden durch Milchverzicht munter! Egal ob mit oder ohne Laktose.

Wenn du herausfinden möchtest, ob du dich im Frostbeulen-Modus befindest, dann beantworte die folgenden 11 Fragen. Je öfter du mit "ja" antworten kannst, um so mehr deutet alles darauf hin, dass deine Mitte (und damit deine Verdauungsleistung) sprichwörtlich eingefroren ist. Warum ein Milchverzicht in diesem Fall Sinn macht, erkläre ich dir weiter unten ausführlicher. 

11 Fragen, um herauszufinden, ob du im Frostbeulen-Modus bist

  1. Leidest du häufig unter Müdigkeit trotz ausreichender Nachtruhe? Oft auch direkt nach einer Mahlzeit?
  2. Bist du anfällig für Infekte?
  3. Hast du oft Blähungen?
  4. Leidest du unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten und / oder Allergien?
  5. Hast du Verdauungsprobleme wie ungeformten oder breiigen Stuhl? Durchfall?
  6. Hast du Wassereinlagerungen in Gesicht und Körper?
  7. Bist du übergewichtig?
  8. Ist dein Bindegewebe schwach?
  9. Kannst du dich nicht gut konzentrieren?
  10. Hast du öfters Heißhungerattacken auf Süß?
  11. Ist deine Haut im Gesicht und am Körper eher blass und aufgequollen?
Sind laktosefreie Milchprodukte bei Unverträglichkeiten die bessere Wahl?

Um aber jetzt wieder durch die TCM-Brille zu schauen: Es gibt Lebensmittel, die Feuchtigkeit und Kälte begünstigen. Dazu gehören neben Rohkost, Südfrüchten, ungekochtem Obst eben auch Milchprodukte.

 

Egal ob Milch, Joghurt, Käse oder Quark. Und besonders wirken diese Produkte in Kombination mit weißem Zucker. Also z.B. im Fruchtjoghurt und Eis.

 

Es macht keinen Unterschied, ob du laktosefreie Produkte verzehrst oder ganz normale Milch. Die oben beschriebenen Eigenschaften bleiben bestehen und deshalb spricht dein Bauch auch nicht auf die laktosefreien Maßnahmen an. Verantwortlich ist ja die Milch und nicht die Laktose. Mein Vorschlag: Ersetze Milch und Milchprodukte durch pflanzliche Alternativen.

 

Meine liebste Sahne-Alternative für Suppen und Soßen ist zum Beispiel Mandelsahne. Alles was du brauchst ist ein Glas helles Mandelmus, einen Teelöffel, etwas Wasser und eine Tasse.

Ich zeige dir, wie du mit ein paar einfachen Handgriffen Mandelsahne herstellst. Du kannst diese Mandelsahne wie gewöhnliche Sahne zum Kochen verwenden. Also Soßen und Suppen damit verfeinern.

9 Fragen, um herauszufinden, ob du im Hitzkopf-Modus bist

Folgende Fragen helfen dir herauszufinden, ob du in deinem Alltag schon einmal in den Hitzkopf-Modus gerätst, oder ob du grundsätzlich ein heißer Typ bist ;). 

Sind laktosefreie Milchprodukte bei Unverträglichkeiten die bessere Wahl?
  1. Spürst du oft ein Brennen oder Schmerzen im Oberbauch?
  2. Ist dein Mund oft trocken?
  3. Hast du Mundgeruch?
  4. Leidest du unter Appetitlosigkeit?
  5. Erbrichst du nach dem Essen?
  6. Leidest du unter Verstopfung?
  7. Hast du ein Magengeschwür oder Gastritis?
  8. Fühlst du dich nach dem Essen voll?
  9. Hast du Lust auf kalte Getränke? 

Je mehr Fragen du mit Ja beantworten kannst, umso klarer zeigt sich bei dir eine Hitzesymptomatik.

In der TCM spricht man von der Magen-Hitze.  Oder wenn du unter Sodbrennen leidest vom gegenläufigen Magen-Qi.

 

Hier können Milchprodukte durch ihre kühlende und befeuchtende Wirkrichtung in kleinen Mengen hilfreich sein. Vor allen Dingen, wenn du unter "leerer Hitze" leidest. Die Menge musst du für dich austesten.

 

Butter, Sahne, Joghurt und Buttermilch (Buttermilch nicht bei Sodbrennen) können dich unterstützen.

 

Aber bitte in der richtigen Qualität.

Ich möchte dir ein paar Denkanstöße mit auf den Weg geben.

 

Eine Kuh gibt nur dann Milch, wenn sie ein Kalb hat. Das habe ich mir früher nie vor Augen gehalten. Kühe geben halt Milch. Dass sie in der Praxis dauerhaft „stillend und trächtig“ sind, um ständig Milch zu geben, die ihre Kälber dann aber nicht bekommen, habe ich nicht bewusst wahrgenommen. Dass Hormongaben diese Praktik unterstützten, war mir auch nicht klar. Milch gehört so selbstverständlich in unsere Supermärkte, dass die Frage nach der Gewinnung sich gar nicht stellt.

Sind laktosefreie Milchprodukte bei Unverträglichkeiten die bessere Wahl?

Auch nicht, wie die Qualität der Milch beeinflusst wird. Frisst du Kuh grünes, saftiges Gras in entspannter Umgebung auf der Weide oder steht sie im Stall und kriegt stinkendes Silo. Erhält sie Medikamente weil ihr durch Bewegungsmangel, Frischluftmangel und unpassendes Futter vielleicht Krankheiten das Leben schwer machen. Oder vielmehr dem Bauern.

 

Wenn ich dich bitte, auf die Qualität der Milch zu achten, dann vor diesem Hintergrund.

 

Wenn dir ein Lebensmittel gut tun soll, dann sollte es von bester Qualität sein.

 

Bio-Milch ist sicher nicht das non plus ultra, aber definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn du einen kleinen Bauern kennst, der die Milch auf seinem Hof verkauft und wo die Kühe glücklich auf der Weide stehen, dann muss es meines Erachtens auch kein Bio sein. 


Hinterlasse mir gerne einen Kommentar.

Ich freue mich über deine Gedanken, deine Fragen und Hinweise.

 

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