Gesunde Darmflora - sauer macht lustig!

Sauer macht lustig. Diese Redewendung hast du bestimmt auch schon mal gehört.

 

Ursprünglich hieß es: „Sauer macht gelüstig.“

 

Gemeint ist damit, dass der saure Geschmack appetitanregend wirkt.

 

Aus Sicht der alten Chinesen hat der saure Geschmack eine weitere wichtige Wirkung.

 

Der saure Geschmack wirkt zusammen- und nach unten ziehend.

 

Und er gehört zum Holz-Element.

 

Die energetische Richtung des Holz-Elements ist nach oben.

 

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

 

Das klingt jetzt vermutlich tatsächlich chinesisch 😉.

 

Deshalb möchte ich dir anhand einer alten Erinnerung erklären, was ich damit meine.

Gesunde Darmflora - sauer macht lustig - Schätze aus der TCM

Kennst du das HB-Männchen?

Falls nicht. Das HB-Männchen war eine Zeichentrickfigur, die ständig dazu neigte „in die Luft zu gehen“. Dieses Männchen regte sich über alles Mögliche auf, und im Anschluss explodierte es mit einem kräftigen, cholerischen Wutanfall.

 

Für mich ist dieses HB-Männchen ein Sinnbild für ein überhitztes Holz-Element.

 

Wenn ein Mensch sich ärgert und wütend wird, dann wird sein Gesicht ganz rot und heiß. Daran erkennst du, dass seine innere Hitze (die Wut) noch oben gestiegen ist. 

Gesunde Darmflora - sauer macht lustig!

Das meinen die alten Chinesen, wenn es heißt, die energetische Richtung des Holz-Elements ist nach oben aufsteigend.

 

Der saure Geschmack wirkt genau entgegengesetzt.

 

Er zieht zusammen und nach unten.

 

Wie ein Cowboy mit einem Lasso fängt er also die nach oben steigende Energie ein, und zieht sie an ihren ursprünglichen Platz.

 

Die Wut verraucht.

 

Aber Vorsicht:

 

Ein zu viel des sauren Geschmacks bewirkt das Gegenteil.

 

Es kommt eben auf das richtige Maß an.

 

Und auf die richtigen Lebensmittel. 

Hast du schon einmal Pickles gegessen?

Vermutlich als saure Gürkchen aus dem Glas.

 

Die sind aber ein schlechtes Beispiel, denn sie wirken Hitze fördernd auf das Holz. Das liegt daran, dass sie in der Regel nicht fermentiert, sondern in Branntweinessig eingelegt wurden.  Branntweinessig ist thermisch heiß, also alles andere als hilfreich, wenn es darum geht, einen kühlen Kopf zu bewahren. 

Fermentation - Motivierte Helfer für den Darm

Gesunde Darmflora - sauer macht lustig!

Dabei entsteht der leicht saure Geschmack.

 

Ein gutes Beispiel ist das Sauerkraut.

 

Fein geschnitten wird Weißkohl mit einer Salzlake bedeckt. So wird verhindert, dass der Kohl mit Sauerstoff und schädlichen Bakterien in Berührung kommt.

Das Salz entzieht nun den Pflanzenzellen Wasser, Zucker und andere Stoffe. So können die Milchsäurebakterien aktiv werden. Sie verbrauchen bei der Fermentation den Zucker und produzieren daraus eine komplexe Mischung aus Alkoholen, Säuren und Aromastoffen.

Übrigens bleibt der Nährstoffgehalt des Kohls dabei erhalten.

 

Sogar das Vitamin C, und als kleinen Bonus obendrauf bilden sich B-Vitamine.

 


Und beim Genuss des Kohls sorgen die Milchsäurebakterien dafür, dass die Darmflora gesund bleibt.

 

Nun schmeckt der Kohl, oder vielmehr das Sauerkraut erfrischend herb und knackig.

 

Auch wenn der Kohl nicht gekocht wurde, gilt er nun aus Sicht der alten Chinesen nicht mehr als Rohkost.

 

Fermentiertes Gemüse erfrischt das Holz-Element.

 

So entsteht eine gelungene Beilage, die immer wieder mal genossen werden darf.

 

Gesunde Darmflora - sauer macht lustig! Schätze aus der TCM.

Mein absolutes Lieblings-Rezept sind die Rote-Bete-Apfel-Pickles, die ich in meiner Ausbildung kennengelernt habe.

 

Und weil meine Erfahrung sich auch nur auf mein Lieblings-Rezept beschränkt 😉, spreche ich in meinem Podcast wieder einmal mit Elke Euteneuer. Elke ist ausgebildete 5-Elemente-Köchin und ich bewundere ihre Phantasie und ihren Entdeckerdrang, wenn es um neue Rezepte geht. Hier geht es zur Episode….

 

Hast du schon einmal Gemüse fermentiert?

Oder deinen Joghurt selbst gemacht?

Oder ist das ein Thema, an das du dich überhaupt nicht heran traust?

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Brigitte (Donnerstag, 13 Januar 2022 18:53)

    Hallo Anja,vielen Dank für deine tollen Tipps hier, auf IG und in deinem podcast.
    Kann ich meine Darmflora auch mit Bio-Sauerkrautsaft, regelmäßig 1 kleines Glas, unterstützen? Habe Milchsäurebakterienmangel, kann aber auf Grund von Hautproblemen (Rosacea) bestimmte Sachen(Joghurt, Apfelessig) nicht vertragen....
    LG Brigitte

  • #2

    Anja (Donnerstag, 13 Januar 2022 20:21)

    Vielen Dank liebe Brigitte,
    ich freue mich, dass du mit meinen Tipps etwas anfangen kannst.

    Wichtig ist, dass der Saft weder erhitzt noch pasteurisiert wurde. Ich kann mir gut vorstellen, dass das bei Bio-Produkten auch nicht der Fall ist. Insofern ist es für die Darmflora eine gute Sache, und so wie du es beschreibst, verträgst du ihn ja auch gut.

    Tatsächlich ist die Herstellung von Sauerkraut oder Pickles gar nicht so schwer und falls es dich interessiert, dann hör doch mal in die Podcastfolge "Alles über Pickles" mit meiner Kollegin Elke Euteneuer rein. Vielleicht sind selbstgemachte Pickles ja auch etwas für dich.
    Viele liebe Grüße, Anja

  • #3

    Anna (Montag, 21 Februar 2022 11:52)

    Liebe Anja,

    Danke für den tollen Beitrag! Ich finde das Thema so spannend und habe mich bisher viel zu wenig damit beschäftigt! Ich glaube, da muss ich mich auch mal drangeben - besonders, weil ich mir gerade Tabletten für eine einmonatige Darmkur gekauft habe. Vielleicht kann ich die fermentierten Sachen gut danach in meinen Speiseplan einbinden, um meinen Körper da etwas zu unterstützen!

    Viele liebe Grüße
    Anna

  • #4

    Anja (Montag, 21 Februar 2022 12:00)

    Hallo Anna, das ist eine gute Idee. Es braucht keine großen Mengen, ein bis zwei Esslöffel zu einer Mahlzeit sind eine gute Portion. Vielleicht kennst du das Buch von Guilia Enders "Darm mit Charme". Für mich war es ein großes AHA-Erlebnis als ich dort gelesen habe, dass wir nur eine Handvoll Darmbakterien kennen. Unser Darm ist zum größten Teil noch unbekanntes Gebiet. Deshalb greife ich gerne auf traditionelle Kochgewohnheiten zurück und glaube an die Weisheit unserer Vorfahren. Liebe Grüße, Anja