Frau Comic schwarz weiß, grüne Sprechblase: Ich habe keine Ahnung was ich noch essen kann, click button

 

Das klingt jetzt vermutlich sehr merkwürdig, aber selbst in den ersten Wochen meiner Ausbildung zur Ernährungsberaterin habe ich mir in der Pause bei einer "Ach-so-bekannten" Fastfood-Kette einen Burger geholt. 

 

Warum? Die anderen Teilnehmer gingen in Restaurants wo es "Super-Food und Co." gab. Mit anderen Worten: Keine Pasta, keine Pizza und kein Schnitzel mit Pommes. Ich hatte viel zu viel Angst, etwas auszuprobieren, das ich noch nicht kannte. Und von diesem einen Burger wusste ich, dass ich ihn vertrug. 

 

Weil das aber ja eigentlich so gar nicht geht, wenn man sich mit gesunder Ernährung befasst - Was sollten die Kollegen sagen? - habe ich das heimlich gemacht. 


Schon verrückt, oder?

 

Klar wollte ich gesund essen. Aber in erster Linie habe ich mich bei meiner Ausbildung angemeldet, weil ich endlich wieder zusammen mit meiner Familie und mit meinen Freunden sorglos und beschwerdefrei essen wollte. 

 

Ernährungstagebuch

 

Ich bin mir sicher, dir geht es ähnlich. 

 

Mehr Klarheit bekommst du, wenn du dir die Zeit nimmst, einmal Ernährungstagebuch zu führen. 

 

Ich betone extra den Punkt mit der Zeit, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das Führen eines Ernährungstagebuchs wirklich viel Arbeit macht. 

 

Zu Anfang habe ich einfach nur aufgeschrieben, was ich gegessen habe, und welche Beschwerden ich an diesem Tag hatte. 

 

Dann ist mir relativ schnell klar geworden, dass es aber auch einen Unterschied macht, ob ich zwischen Tür und Angel gegessen habe, ob ich Stress auf der Arbeit hatte oder ob ich unregelmäßig gegessen habe. Also habe ich auch das dokumentiert. 

 

Dann wurde deutlich, dass auch der weibliche Zyklus Einfluss nimmt, und so habe ich mein Ernährungstagebuch wieder erweitert. 

 

Jetzt verstehst du vermutlich, was ich mit "Das macht Arbeit!" meine. 

 

Je länger der Zeitraum ist, über den du ein Ernährungstagebuch führst, umso klarer werden die Ergebnisse. 

 

Wichtig ist auch, dass du ganz ehrlich bist. 

 

Ich habe mich selbst dabei ertappt, wie ich überlegt habe, was ich esse, damit ich nicht förmlich schwarz auf weiß sehe, was ich alles "Ungesundes" esse. 

 

Es geht beim Ernährungstagebuch aber überhaupt nicht um Wertung. 

 

Es unterstützt nur deine Detektiv-Arbeit. 

 

Also bleib ehrlich und iss weiter wie bisher. 


Du brauchst eine Vorlage?

Frau schwarz weiß Comic zeigt auf Downloadbutton eines Ernährungstagebuchs, Glühbirne auf grünem Kasten
Frau schwarz weiß Comic zeigt auf Downloadbutton eines Ernährungstagebuchs, Glühbirne auf grünem Kasten

Hast du herausgefunden, welche Lebensmittel, Gerichte und Getränke dir nicht gut tun und Beschwerden auslösen, dann lasse sie für eine bestimmte Zeit weg. 

 

Darüber hinaus kannst du noch schauen, zu welcher Lebensmittelgruppe sie gehören. 

 

Enthalten sie Gluten, Laktose oder Fruktose? Soja?

 

Hast du den Verdacht, dass eine oder mehrere dieser Gruppen betroffen sind, dann verzichte einmal zwei Wochen auf solche Lebensmittel. 

 

Geht es dir in dieser Zeit besser, dann hast du eine schnelle Antwort. Nun führe schrittweise und vorsichtig ein Lebensmittel nach dem anderen wieder ein, und beobachte dich gut. So findest du heraus, was deine persönliche Toleranz-Grenze ist. Sind mehrere Lebensmittelgruppen betroffen, dann starte mit einer. 

 

Bitte streiche kein Lebensmittel dauerhaft vom Speiseplan.

 

So reduzierst du deine Möglichkeiten, bist dauerhaft frustriert, zu Recht, und du landest möglicherweise in einer Unterversorgung. 

 

Außerdem will der Darm gerne trainiert werden und braucht seine Aufgaben.

 

Bei einer Fruktose-Unverträglichkeit zum Beispiel stellt der Körper ansonsten auf lange Sicht die Produktion des Transportenzyms GLUT ein, denn es wird ja ganz offensichtlich nicht mehr benötigt.

 

GLUT braucht dein Körper, um die Fruktose abzubauen und ins Blut zu transportieren. Fehlt es an GLUT, dann gelangt die Fruktose in deinen Darm. Dort wird sie von Bakterien abgebaut, was zum Beispiel zu Blähungen führt. Isst du nun überhaupt keine Fruktose und verzichtest auf alle Lebensmittel, die Fruktose enthalten, produziert dein Körper aufgrund der nun geringen Nachfrage kein GLUT mehr und du wirst immer empfindlicher.