Ist Milch für DICH gesund?

Ist eine Laktoseintoleranz oder eine Allergie auf das Milcheiweiß das einzige Kriterium?

Bildquelle:Anja Orywol

 

Wenn du jetzt ein Ja oder Nein von mir erwartest, dann muss ich dich enttäuschen.

 

Halt, bitte bleib trotzdem.

 

Was ich dir mit auf den Weg geben kann, sind Werkzeuge, mit denen du herausfindest, ob Milch konkret für DICH gesund ist oder nicht.

 

Diese Werkzeuge gehören in den Werkzeugkasten der Traditionellen Chinesischen Medizin.

 

Ich packe auch noch ein paar westliche Aspekte mit hinein.

 

So findest du deine Antwort.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt:

 

„Essen sie Milch und Milchprodukte wie Joghurt und Käse täglich. Milch und Milchprodukte liefern gut verfügbares Protein, Vitamin B2 und Calcium.“                                                                   

Stand 25.04.2018

 

Das ist eine klare Aussage.

 

Dem gegenüber steht die Aussage, ebenfalls aus westlicher Sicht, von Udo Pollmer. Er ist Lebensmittelchemiker und selbstständig tätig als Wissenschaftsjournalist, Unternehmensberater und Dozent.

 

Schon in seinem Artikel aus dem Jahr 1998 „Verkalkt: Verbrauchertipps bei Osteoporose“ bezieht er klar Stellung zum Thema Milch. Denn die Milch gilt allgemein immer noch als der Calcium Lieferant.

 

Wie kann aber eine Calcium Mangel Krankheit in Ländern entstehen, die eigentlich mit diesem Mineral ausreichend gesegnet sind?

 

Er nimmt Mittelamerika als Beispiel. Im Norden ist die Calciumzufuhr hoch, weil das Maismehl mit Kalksteinwasser behandelt wird, während im Süden der Calcium ärmere Reis gegessen wird. Dennoch finden sich keine Unterschiede in Knochenbau und Knochenverlust im Alter.

 

Er bezieht sich sogar auf Studien, die belegen, dass in westlichen Industriestaaten die Knochendichte abnimmt bei steigender Calciumzufuhr.

 

In seinem Buch Peacefood formuliert es der Arzt Rüdiger Dahlke noch drastischer. Er behauptet, dass Milch für steigende Krebszahlen verantwortlich ist.

 

Seine Begründung: „Da Milch immer ursprünglich Muttermilch und damit Säuglingsnahrung ist und nur von uns zweckentfremdet wird, ist dieser Zusammenhang gut zu durchschauen. Für ein Neugeborenes – genauso wie für ein Kalb – ist das spezifische Wachstumshormon aus der Milch sinnvoll, denn beim Säugling geht es vor allem um Zellvermehrung und Aufbau eigener Strukturen. Der Abbau von alten Zellen steht im Hintergrund. Im späteren Lebensalter dagegen, wenn es nur noch darum geht, den Zellbestand zu erhalten und der Abbau alter, verbrauchter Zellen in den Vordergrund rückt, dann wird diese Nahrung kontraproduktiv. Es regt neuerliches Zellwachstum an und fördert somit Krebs.“

 

Und da stehen wir nun als Verbraucher.

 

WER HAT DENN NUN RECHT`?

 

Jetzt kommt die Stelle, die ich an der TCM so liebe. 

 

Jetzt schauen wir auf DEINEN Körper und DEINE Bedürfnisse. 

 

Du brauchst nicht zig Studien zu lesen und dich zu fragen, wem du glaubst.

 

Wahrscheinlich hat jeder von ihnen Recht.

 

Wie so oft im Leben kommt es auf das richtige Maß und die Qualität an.

 

So findest du für dich das richtige Maß. 

 


Bitte beantworte die folgenden 11 Fragen:

  1. Leidest du häufig unter Müdigkeit trotz ausreichend Nachtruhe? Oft auch direkt nach einer Mahlzeit?
  2. Bist du anfällig für Infekte?
  3. Hast du oft Blähungen?
  4. Leidest du unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten und / oder Allergien?
  5. Hast du Verdauungsprobleme wie ungeformten oder breiigen Stuhl? Durchfall?
  6. Hast du Wassereinlagerungen in Gesicht und Körper?
  7. Bist du übergewichtig?
  8. Ist dein Bindegewebe schwach?
  9. Kannst du dich nicht gut konzentrieren?
  10. Hast du öfters Heißhungerattacken auf Süß?
  11. Ist deine Haut im Gesicht und am Körper eher blass und aufgedunsen? 

Wie viele Fragen konntest du mit Ja beantworten? Eine, zwei oder gleich mehrere?

 

Je mehr Beschwerden du hast, umso deutlicher wird, dass deine Mitte aus dem Gleichgewicht geraten ist.

 

In der TCM spricht man von einer Milz-Qi-Schwäche. Mehr darüber findest du auch hier....

 

Sie entsteht durch Feuchtigkeit und Kälte. Bevor es jetzt zu "chinesisch" wird, erkläre ich dir das kurz. In der traditionellen chinesischen Medizin werden Lebensmittel durch ihre Eigenschaften in verschiedene Kategorien einsortiert. Es gibt z.B. kalte Lebensmittel und heiße Lebensmittel. Wenn du schon einmal in eine Chilli gebissen hast, dann weißt du, warum diese in die Kategorie heiß einsortiert wird. 

 

Feuchtigkeit kennen wir hier im Westen durch Begriffe wie "Schlacken". 

 

So mancher Ernährungs- und Diät-Trend ist dieser Vorstellung vom "verschlackt sein" entsprungen. 

 

Um aber jetzt wieder durch die TCM-Brille zu schauen: Es gibt Lebensmittel, die Feuchtigkeit und Kälte begünstigen.

 

Dazu gehören neben Rohkost, Südfrüchten, ungekochtem Obst eben auch Milchprodukte.

 

Egal ob Milch, Joghurt, Käse oder Quark. Und besonders wirken diese Produkte in Kombination mit weißem Zucker. Also z.B. im Fruchtjoghurt und Eis.

 

Hast du viele Fragen mit "Ja" beantwortet, dann ist Milch vermutlich nicht so gut für dich.

 

Tausche sie doch als 1. Maßnahme einmal in dem ein oder anderen Gericht Milch gegen eine Alternative aus und schaue, wie es dir damit geht. 

 

Ich koche z.B. mit Mandelsahne. Nicht als Fertigprodukt. Ich rühre sie mir selbst an. 

 

Das geht schnell und ist einfach. 

 

Dazu brauchst du ein Glas helles Mandelmus, einen Teelöffel, etwas Wasser und eine Tasse.

 

Ich zeige dir, wie du mit ein paar einfachen Handgriffen Mandelsahne herstellst. Du kannst diese Mandelsahne wie gewöhnliche Sahne zum Kochen verwenden. Also Soßen und Suppen damit verfeinern.

 

Was den Gehalt an Eiweiß betrifft ist die Mandelsahne natürlich kein 1:1 Ersatz für Kuhmilch. Sie ist allerdings eine gute Fettquelle. 

 

Richte nach einer Mahlzeit den Blick auf dich und dein Bauchgefühl.

 

Fühlst du dich wohl? 

Gut gesättigt, aber nicht pickepacke voll?

Bist du zufrieden? 

 

Die Frage ob ein Lebensmittel gesund ist oder nicht, und zwar für dich, kann dein Bauch am besten beantworten. 

 

Aber wir sind noch nicht fertig. 

 

Ich habe noch ein paar Fragen:

  1. Spürst du oft ein Brennen oder Schmerzen im Oberbauch?
  2. Ist dein Mund oft trocken?
  3. Hast du Mundgeruch?
  4. Leidest du unter Appetitlosigkeit?
  5. Erbrichst du nach dem Essen?
  6. Leidest du unter Verstopfung?
  7. Hast du ein Magengeschwür oder Gastritis?
  8. Fühlst du dich nach dem Essen voll?
  9. Hast du Lust auf kalte Getränke? 

Je mehr Fragen du mit Ja beantworten kannst, umso klarer zeigt sich bei dir eine Hitzesymptomatik.

 

In der TCM spricht man von der Magen-Hitze.  Oder wenn du unter Sodbrennen leidest vom gegenläufigen Magen-Qi.

 

Hier können Milchprodukte durch ihre Befeuchtung, und der damit verbundenen Abkühlung, in kleinen Mengen hilfreich sein. Die Menge musst du für dich austesten.

 

Butter, Sahne, Joghurt und Buttermilch (Buttermilch nicht bei Sodbrennen) können dich unterstützen.

 

Aber bitte in der richtigen Qualität.

 

Milchkuh auf grüner Wiese mit blauem Himmel Froschperspektive zum Thema vegan und Laktoseintoleranz

Bildquelle:www.pixabay.de

Ich möchte dir ein paar Denkanstöße mit auf den Weg geben.

 

Eine Kuh gibt nur dann Milch, wenn sie ein Kalb hat.

 

Das habe ich mir früher nie vor Augen gehalten. Kühe geben halt Milch.

 

Dass sie in der Praxis dauerhaft „stillend und trächtig“ sind, um ständig Milch zu geben, die ihre Kälber dann aber nicht bekommen, habe ich nicht bewusst wahrgenommen. Dass Hormongaben diese Praktik unterstützten, war mir auch nicht klar. Milch gehört so selbstverständlich in unsere Supermärkte, dass die Frage nach der Gewinnung sich gar nicht stellt.

 

Auch nicht, wie die Qualität der Milch beeinflusst wird. Frisst du Kuh grünes, saftiges Gras in entspannter Umgebung auf der Weide oder steht sie im Stall und kriegt stinkendes Silo.

 

Erhält sie Medikamente weil ihr durch Bewegungsmangel, Frischluftmangel und unpassendes Futter vielleicht Krankheiten das Leben schwer machen. Oder vielmehr dem Bauern.

 

Wenn ich dich bitte, auf die Qualität der Milch zu achten, dann vor diesem Hintergrund.

 

Wenn dir ein Lebensmittel gut tun soll, dann sollte es von bester Qualität sein.

 

Bio-Milch ist sicher nicht das non plus ultra, aber definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.

 

Wenn du einen kleinen Bauern kennst, der die Milch noch am Hof verkauft und wo die Kühe glücklich auf der Weide stehen, dann muss es meines Erachtens auch kein Bio sein. 

 

 

Hast du deine Symptome wiedergefunden?

Bist du eher der Kälte-Typ oder eher der Hitze-Typ?

Beides?

Hinterlasse mir gerne einen Kommentar.

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